Veranstaltungen des Museumsvereins

Der Museums­verein für das Fürsten­tum Lüneburg e.V. lädt regel­mäßig, üblicher­weise mittwochs um 19:30 Uhr, zu einem öffent­lichen Vortrag über ein kultur­historisches Thema ein. Der Eintritt kostet 4 €, Vereinsmit­glieder haben freien Eintritt. Außerdem organisiert der Museumsverein in unregelmäßigen Abständen Exkursionen zu kulturhistorischen Themen, an denen auch Nicht-Mitglieder teilnehmen können.

Vortragsreihe, Winterhalbjahr 2018/19

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Mi., 17.10.18  |  19:30 Uhr

Lüneburg – 1918

Dr. Thomas Lux, Lüneburg

Das Ende des 1. Weltkriegs wird in der Regel durch die revolutionäre Zäsur vom 9. November 1918 sowie den Waffenstillstand vom 11. November markiert.

Arbeiter- und Soldatenrat
Arbeiter- und Soldatenrat Lüne-
burg, 7.12.1918 – 31.3.1919
(Stadtarchiv Lbg.)

Auch in Lüneburg etablierte sich ein Arbeiter- und Soldatenrat. Dieses Ereignis gibt Anlass aus heutiger Sicht zu fragen, in welchem Zustand sich die Stadt befand, wie die Menschen in Lüneburg das letzte Kriegsjahr durchlebten bzw. durchlitten.

Darüber hinaus soll ein Blick darauf geworfen werden, wie sich das städtische Leben in Lüneburg seit 1914 überhaupt verändert hatte.

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

Mi., 14.11.18  |  19:30 Uhr

Verdun 1916

Peter Lex, Adendorf

Soldaten im Feldlazarett

Der 36 Jahre alte Badearzt Dr. med. Alfred Bauer aus Bad Rothenfelde wurde Anfang August 1914 in Lüneburg als Stabsarzt der Landwehr in das Reserve-Infanterie-Regiment 78 eingezogen. Als Bataillons- bzw. Regimentsarzt marschierte er mit dem Regiment bis an die Marne, erlebte die Belagerung von Reims und die Winterschlacht in der Champagne, um im Mai 1915 als Chirurg in das Feldlazarett 6 zu wechseln. Das Lazarett wird in Teilen Ende März 1916 in Romagnesous-les-Cotes circa 18 km nördlich von Verdun eingesetzt.

Dr. Bauer übernimmt eine Verwundeten-Sammelstelle in einem Wald bei Deutscheck, die er zu einem Lazarettplatz ausbaut, wo im Mai Hunderte von Verwundeten an einem Tag ankommen. Zu gleicher Zeit kam der Leutnant Franz Lex aus Hamm, der im Januar 1915 mit 18 Jahren als Offiziersanwärter in das Fußartillerie Regiment 9 auf dem Ehrenbreitstein eintrat, mit dem Regiment im Februar 1916 in den Norden von Verdun. Während der Kämpfe um Verdun wurde er in allen Offizier Dienststellen einer Batterie verwendet. So war er als Beobachter auf dem Fort Douaumont für mehrere Monate im Einsatz. Leutnant Lex wurde 1933 der Schwiegersohn von Dr. Bauer.

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

Mi., 28.11.17  |  19:30 Uhr

Das Lüneburger Raritätenkabinett des Tobias Reimers

Eine gemeinsame Veranstaltung des Naturwissenschaftlichen Vereins für das Fürstentum Lüneburg und des Museumsvereins für das Fürstentum Lüneburg.

Dr. Ulfert Tschirner

Blick in das Raritätenkabinett im Museum Lüneburg

Tobias Reimers (1653–1716) war ab 1686 Syndikus, später Bürgermeister in Lüneburg. Sein Raritätenkabinett im Haus an der Neuen Sülze war um 1700 eine Hauptattraktion der Stadt. Der Vortrag stellt diese besondere Kollektion einerseits als Vorgeschichte unserer heutigen Sammlungen vor und andererseits mit Blick auf ein rekonstruiertes Raritätenkabinett.

Ort: Marcus-Heinemann-Saal (Eingang Wandrahmstr.),  Eintritt 4 €

Ausführlichere Informationen zum Vortrag

Mi., 23.01.19  |  19:30 Uhr

„Manches ist anders geworden!”

Prof. Dr. Michael Epkenhans, Bardowick/ Potsdam

Gefallenendenkmal
Gefallenendenkmal
Zentralfriedhof Lüneburg

„Durch die gewaltige Umwälzung, die Revolution, ist auch hier manches anders geworden”, heißt es in der Wittorfer Chronik vom November 1918.

Die Revolution 1918 markiert einen tiefen Einschnitt in der deutschen Geschichte. Der militärische Zusammenbruch und die tiefgehende Unzufriedenheit hatten die Monarchie innerhalb weniger Tage hinweggefegt. Wie aber reagierten die Menschen auf diesen Umbruch? Welche Ziele verfolgten sie? Wie gestalteten sie den Umbruch?

Diese Fragen will dieser Vortrag aus lokaler, regionaler und überregionaler Perspektive beantworten.

Prof. Dr. Michael Epkenhans: Leitender Wissenschaftler am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

Mi., 20.02.19  |  19:30 Uhr

Diplomatie vor Krieg. Braunschweig-Lüneburg und Schweden im 17. Jahrhundert

Dr. Peter Stoldt, Lüneburg

Kurfürst Georg Ludwig
Kurfürst Georg Ludwig
(schon als König Georg I. von England)
an Karl XII. von Schweden, 1714

Für die mit dem Lüneburger Forschungspreis Geschichte 2016 ausgezeichnete Arbeit über die Außenbeziehungen zwischen den drei Herzogtümern und der europäischen Großmacht haben die Primärquellen im Vordergrund gestanden. So soll es auch im Vortrag sein: Gedrucktes wie Handschriftliches, Episoden aus den Quellen Stockholms und Niedersachsens.

Im Vergleich von Einfluss und Macht der ungleichen Partner durchziehen zwei Linien das 17. Jahrhundert. Sie kreuzen einander ab 1650: stolpernder Abstieg Schwedens, selbstbewusste Konsolidierung – wenn auch nicht immer vereint – bei den Herzogtümern. Der Vortrag soll das an ausgesuchten Geschichten zeigen.

Grundstimmungen in den Außenbeziehungen lassen sich aus zahlreichen Quellen erkennen; insbesondere in jeweils nur für den internen Gebrauch verfassten Akten. Der Vortrag geht ein auf die frühneuzeitlichen Besonderheiten außenpolitischen Handelns. Exemplarisch werden diplomatische Krisen und überraschende Episoden vorgestellt.

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

Mi., 20.03.19  |  19:30 Uhr

Bekleidete Marien, Schweine im Kreuzgang und ein Schloss an der Ilmenau

Dr.-Ing. Hansjörg Rümelin, Hannover

St. Michaelis
3D-Modell der Klosteranlage
St. Michaelis

1371: Lüneburger Bürger erstürmten den Kalkberg und schleiften die Burg; das Kloster wurde intra muros verlegt. Schrittweise seit 1376 erweitert umfasste die Klosteranlage von St. Michaelis am Ende des 18. Jh. mit mehr als 20.000 m2 die größte zusammenhängende Fläche innerhalb des Lüneburger Mauerrings. Dies, der umfangreiche Immobilienbesitz des Klosters und nicht zuletzt der ambitionierte, heute seiner einst reichen Ausstattung fast völlig beraubte Kirchenbau selbst stellen die Frage nach der Organisation und Nutzung der sakralen Raumgefüge und ihrer Entwicklung nach 1376 – die auf der Basis von Baubestand sowie überlieferten Schrift- und Bildquellen beantworten werden soll.

Hansjörg Rümelin, Dr.-Ing., geb. 1959, Studiendirektor, Bau und Kunsthistoriker, Fachberater für Kunst bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

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