Ein Stück Stadtgeschichte

Neue Stelen im Wandrahmpark erklären Ort und Objekte

Wer sich schon immer gefragt hat, warum im Wandrahmpark am Museum Lüneburg ein Reichsbahnwaggon, eine Pferdeplastik und ein Steingrab aufgestellt sind, warum sich hier so viele außergewöhnliche Bäume befinden oder was Wandrahm eigentlich bedeutet, der findet hier nun die passenden Antworten. Denn seit neuestem laden Stelen Besucherinnen und Besucher ein, sich den Park mit seinen Besonderheiten zu erschließen: Man erfährt beispielsweise, dass der Güterwaggon an ein NS-Verbrechen, das im April 1945 in unmittelbarer Nähe geschehen ist, erinnert, das steinerne Grabmal – eine sogenannte Steinkiste – auf etwa 2.200 v. Chr. datiert wird und mit welcher Geschichte das „Springende Pferd” verknüpft ist.

Präsentation Faltblatt Museum
Die hohe Stele informiert über die Geschichte des Wandrahms – der Name leitet sich von den mittelalterlichen „wantramen“ ab, großen hölzernen Rahmen, auf denen gefärbtes Tuch („Wand“) an der Luft getrocknet wurde – weiterhin über die ehemalige Stadtbefestigung in diesem Bereich und die Anlage des Parks, eines sogenannten Arboretums, einer Sammlung verschiedener Gehölze.

Die vier Stelen mit sechs Text-Bild-Tafeln sind in Zusammenarbeit des Museum Lüneburg, der Geschichtswerkstatt Lüneburg e. V. und der Hansestadt Lüneburg entstanden. Die Finanzierung der Stelen übernimmt die Stadt und zeigt damit auch ihre Verantwortung für Gedenk- und Erinnerungsorte. Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagt: „Uns ist es wichtig, dass wir uns der Geschichte stellen. Unsere zahlreichen verschiedenen Erinnerungsorte sind Teil der Gedenkkultur und, so unser Wunsch, Lernort gerade auch für Jugendliche. Dazu zählen auch Objekte aus einem tragischen Kontext, wie der Reichsbahnwaggon.” Das ist auch ein wichtiges Ziel für Maren Hansen von der Geschichtswerkstatt, die sich gemeinsam mit anderen Mitgliedern ehrenamtlich für das Projekt eingesetzt und beharrlich engagiert hat. Museumsleiterin Prof. Dr. Heike Düselder freut sich über die Aufstellung der Stelen am Museum und die fruchtbare Zusammenarbeit: „Unter stetiger Reflektion und Konsensfindung, ging es allen Partnern immer darum, die Objekte auf Basis der aktuellen historischen Erkenntnisse zu erklären und in einen Kontext zu bringen. Als Museum sehen wir den besonnenen und sensibilisierten Umgang mit Objekten und ihrer Aussage als Erinnerungsort als eine Kernaufgabe an, der wir uns mit Bedacht und der Hoffnung auf Verständnis widmen.”

Präsentation Faltblatt Museum
Drei kleinere Stelen erläutern die aufgestellten Objekte, eine Steinkiste aus dem Übergang von der Stein- zur Bronzezeit, die Stationen eines springenden Bronzepferdes und die unrühmliche Geschichte eines Häftlingstransports im April 1945, an den ein restaurierter Waggon der Reichsbahn gemahnen soll.

Der Zugang zum Park ist beispielsweise von der Wandrahmstraße aus möglich. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Museum Lüneburg, Telefon 04131 72065-80.

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