Peter H. Stoldt gewann 2016 den Forschungspreis Lüneburger Geschichte. Jetzt liegt seine Arbeit als Buch vor:

Buchcover

Peter H. Stoldt: Diplomatie vor Krieg

Braunschweig-Lüneburg und Schweden im 17. Jahrhundert

Der stellvertretende Vorsitzende des Lüneburger Museumsvereins für das Fürstentum Lüneburg, Dirk Hansen, möchte auf das diesjährig erschienene Buch von Peter H. Stoldt, „Diplomatie vor Krieg. Braunschweig-Lüneburg und Schweden im 17. Jahrhundert“ hinweisen:

Peter Stoldt hat für seine Arbeit den Forschungspreis Lüneburger Geschichte 2016 des Museumsvereins für das Fürstentum Lüneburg erhalten und ist leider im Dezember 2019 verstorben. Seine Ehefrau Helga Stoldt hat nunmehr in Zusammenarbeit mit dem Wallstein-Verlag/ Göttingen für die Herausgabe des 480 Seiten umfassenden Buches gesorgt. Es ist auch in die renommierte Schriftenreihe der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen aufgenommen worden.

Professor Thomas Vogtherr hatte als Vorsitzender der Jury die Auszeichnung in einer fulminanten Preisrede begründet. In einem Nachruf auf den Preisträger lobt er noch einmal „die Themenwahl, die klassisch-diplomatiegeschichtliche Sichtweise sowie die ungemein lebendige Sprache, die es nahelegte, den Verfasser für einen jugendlichen Journalisten zu halten“.

Peter Stoldt hatte Geschichte, Anglistik und Philosophie studiert, war Schulleiter in Bremen geworden und lange tätig als Referatsleiter beim Bremer Senat; für den Bund-Länder-Ausschuß für die Deutschen Schulen im Ausland sowie den Obersten Rat in Brüssel für die Europäischen Schulen war Stoldt als Oberschulrat viele Jahre verantwortlich. „Ich komme aus dem kleinen Land Bremen und bin für die ganze Welt zuständig“, wie er selbstironisch formulierte.

Nach seiner Pensionierung wandte Stoldt sich wieder der Forschung zu. Mit dem Königreich Schweden und dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg standen sich im 17. Jahrhundert zwei ungleiche Partner gegenüber. Schweden war zu jener Zeit eine Großmacht rund um die Ostsee. Die welfischen Fürsten hingegen verloren sich immer wieder in Erbstreitigkeiten und Grenzkonflikten. Peter Stoldt zeigt in seiner Untersuchung anschaulich auf Basis zahlreicher, zum Teil erstmals erschlossener Quellen die regen diplomatischen Beziehungen zueinander. Interessen und gegenseitige Abhängigkeiten werden untersucht und es wird deutlich, dass die damalige Großmacht Schweden die Welfen keineswegs dominierte. Letztere wußten die Lage ihrer Fürstentümer und deren strategische Bedeutung für die Schweden im und während des 30jährigen Krieges geschickt zu nutzen. Die Maxime „Diplomatie vor Krieg“ galt es in den diplomatischen und militärischen Irrungen und Wirrungen um europäische Bündnis-Gleichgewichte durchzuhalten.

News-Archiv 2016