Museen vorübergehend geschlossen

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem COVID-19-Virus bleiben das Deutsche Salzmuseum und das Museum Lüneburg vom 2. November bis vorerst Ende November für den Publikumsverkehr geschlossen. In dieser Zeit finden keine Veranstaltungen, Führungen und museumspädagogische Programme statt. Auch das Museumscafé LUNA im Museum Lüneburg bleibt im November geschlossen.

Die Museen folgen mit diesem Vorgehen der aktuellen Verordnung der niedersächsischen Landesregierung. Von Seiten der beiden Museumsleiterinnen Prof. Dr. Heike Düselder und Hilke Lamschus heißt es dazu: „Wir haben mit unseren Schutz- und Hygienekonzepten für den Ausstellungsbetrieb, die museumspädagogischen Angebote und den Veranstaltungsbereich sehr gute Erfahrungen gemacht und hoffen, dass wir unseren Betrieb ab Dezember fortsetzen können. Natürlich hoffen wir auch, dass wir mit der erneuten Schließung der beiden Museen und des Cafés dennoch einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten können, denn selbstverständlich hat der Schutz unserer Gäste und Mitarbeitenden oberste Priorität. Wir halten Sie gerne über unsere Websites und Social Media Kanäle auf dem Laufenden.“

Die beiden Museumskassen sind montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr telefonisch erreichbar (Deutsches Salzmuseum 04131 72065-13, Museum Lüneburg 04131 72065-80).

Statement zur Schließung der Museen von 2.11. – 30.11.2020

Prof. Dr. Heike Düselder, Leiterin des Museum Lüneburg

Nun wird es also wieder still im Museum. Nach der „Niedersächsischen Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus“ vom 30. Oktober 2020, § 10 Abs. 1,4 gilt auch für die Museen ein „Betriebsverbot“. Gab es nach der Veröffentlichung des Bund-Länder-Beschlusses zur Eindämmung der Pandemie zunächst noch Unsicherheit darüber, wie die Museen sich verhalten sollten, so stellte sich schnell heraus, dass man die Museen schlicht vergessen hatte. Die Kulturminister der Länder justierten nach und machten auch den Museen die Türen zu.

In der Museumswelt hat diese Entscheidung zu ganz unterschiedlichen Reaktionen geführt. Konsens besteht einerseits darin, dass angesichts der aktuellen Entwicklung sämtliche Maßnahmen, die zur Eindämmung der Pandemie führen können, geprüft und umgesetzt werden müssen. Gesundheit hat die oberste Priorität. Gleichwohl reicht die Beurteilung der Maßnahme von Fatalismus bis Unverständnis und öffentlichem Protest, so etwa in dem Brief, den die 36 Direktorinnen und Direktoren namhafter Kunstmuseen in Deutschland, darunter auch der Direktor der Hamburger Kunsthalle, geschrieben haben. Und der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Prof. Eckart Köhne, warnt vor den Spätfolgen der Schließung und entwirft das Szenario eines Museumssterbens nach dem Lockdown.

Was uns Museumsleiterinnen und -leiter derzeit wohl alle mehr oder weniger beschäftigt, ist nicht nur das Bedauern darüber, dass die Museen offensichtlich so wenig Wertschätzung erfahren, dass man sie in der ersten Verordnung glatt übersehen hat, sondern vor allem die Enttäuschung über das Versäumnis, die Bedeutung und Funktion der Museen als Orte von Bildung und Begegnung zu prüfen und ernsthaft zu fragen, ob man darauf verzichten kann, auch wenn es nur um eine temporäre Schließung geht.

Museen sind eben nicht Freizeiteinrichtungen oder Unterhaltungsindustrie. Eine im Auftrag der WHO erarbeitete wissenschaftliche Studie zum Zusammenhang von Kulturteilhabe und Gesundheit hat differenziert dargelegt, wie wichtig Kultur für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen ist. Und ein Blick auf die Besucher unserer Ausstellung bestätigt dies – die großen Ausstellungssäle bieten eine ruhige Atmosphäre, sie sind gut belüftet und bieten ausreichend Quadratmeterfläche pro Person selbst dann, wenn an freien Eintrittstagen die Besucherfrequenz hoch ist. Unsere Besucher nehmen nicht nur ein Bildungsangebot wahr, sie genießen die Auszeit im Museum und freuen sich über die ruhige und neutrale Atmosphäre jenseits von Konsum, Alltag und Tagesgeschäft. Sie fühlen sich wohl, kommen zur Ruhe – sollte das nicht Grund genug sein, diese Einrichtung zumindest für Einzelbesucher geöffnet zu halten?

Die Museen gehören zu den sichersten Orten, an denen sich Menschen aufhalten und begegnen können. Sie haben sich intensiv mit den Hygiene- und Schutzmaßnahmen auseinandergesetzt und verfügen über mehr als genügend Erfahrungen im Hinblick auf Besucherleitsysteme. Wir haben investiert in Maßnahmen, die sich als wirksam erwiesen haben.

Mir tut es Leid – für die Besucherinnen und Besucher, vor allem die älteren Menschen, die sich gerne im Museum treffen, für die Familien, die Platz haben im Museum, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wieder in Kurzarbeit gehen müssen und für unsere Kolleginnen und Kollegen von der Lebenshilfe, die uns so zuverlässig bei den Aufsichten helfen und nun nicht kommen dürfen. Mir tut es leid, dieses große Museum mit seinem Bildungsangebot, seinen vielen Facetten und seinem Anspruch, ein sozialer und gesunder Ort zu sein, verwaist zu sehen.

Gesundheit hat die oberste Priorität. Bitte nehmen Sie uns wahr als Orte von Bildung, aber auch von Wohlbefinden und Gesundheit.

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