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Tobias Schoo ist Lüneburgs neuer Stadtarchäologe

HANSESTADT LÜNEBURG.  Es sind ziemlich große Fußstapfen, in die Tobias Schoo als Nachfolger von Stadtarchäologe Prof. Dr. Edgar Ring tritt. „Die Arbeit und die Forschung von Herrn Ring sind weit über Lüneburg hinaus bekannt“, erzählt Tobias Schoo. „Es ist mir wirklich eine Ehre, sein Vermächtnis hier in Lüneburg weiterzuführen“, sagt der sympathische Mann mit dem Vollbart und dem langen Zopf. Mit nur 29 Jahren tritt er die Stelle des Lüneburger Stadtarchäologen zum 1. Januar dieses Jahres an, nachdem Prof. Dr. Edgar Ring sich nach fast 30 Jahren in dieser Funktion im Sommer 2021 in den Ruhestand verabschiedet hat.

Tobias Schoo lehnt am Lunabrunnen vor dem Rathaus Lüneburg
Tobias Schoo ist seit dem 1. Januar 2022 Lüneburgs neuer Stadtarchäologe. Er löst Prof. Dr. Edgar Ring ab, der sich im Sommer nach fast 30 Jahren in den Ruhestand verabschiedet hat. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

„Herr Schoo hat uns überzeugt – durch sein exzellentes Fachwissen, seine vielfältigen Erfahrungen und durch seine Art, Wissen zu präsentieren und zu vermitteln“, fasst Stadtbaurätin Heike Gundermann zusammen. Beteiligt am Auswahlverfahren waren neben der Hansestadt Lüneburg auch der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) und die Museumsstiftung. Denn neben seiner Tätigkeit in der Bauaufsicht und Denkmalpflege wird der Stadtarchäologe zu einem Drittel seiner Arbeitszeit für das Deutsche Salzmuseum und das Museum Lüneburg tätig sein, um hier die stadtarchäologischen Sammlungen zu betreuen und weiterzuentwickeln. „Wir freuen uns auf unseren neuen Kollegen und sind gespannt auf seine Ideen“, sagt Dr. Heike Düselder, Leiterin des Museums Lüneburg. Die stadtarchäologische Sammlung sei herausragend, das Arbeitsgebiet vielfältig und das Team interdisziplinär.

Insbesondere die Doppelfunktion ist es, die Lüneburgs neuen Stadtarchäologen reizt: „Ich kann auf der einen Seite aktiv die Kulturgüter dieser Stadt schützen und auf der anderen Seite mittels Präsentationen die Stadtgeschichte den Bürgerinnen und Bürgern nahebringen.“ Und noch etwas bringt den jungen Archäologen ins Schwärmen: Der Denkmalreichtum seiner neuen Wirkungsstätte. „Dadurch, dass in Lüneburg so viel erhalten geblieben ist aus vergangenen Zeiten, ist die Quellenlage immens.“ Dieses Zusammenspiel aus Boden- und Baudenkmalen sei für einen Archäologen ganz besonders wertvoll, betont Schoo.

Studiert hat der gebürtige Nordhorner in Münster und in Halle: Prähistorische, Klassische, Frühchristliche, Mittelalter- und Neuzeitarchäologie. Zuletzt beschäftigt war er als Archäologe im Städtischen Museum Halberstadt. Über die dortige Stadtarchäologie schreibt Schoo aktuell noch an seiner Dissertation. Während seines Bachelor- und seines Masterstudiums nahm der gebürtige Nordhorner außerdem an vielen Ausgrabungen in verschiedenen Teilen Deutschlands teil. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Halle forschte er unter anderem zu mittelalterlichen Burgen und frühmittelalterlichen Bischofssitzen. Die Forschung will Schoo auch hier in Lüneburg vorantreiben, dazu ist er in engem Kontakt zu Prof. Dr. Edgar Ring und zum Bezirksarchäologen Dr. Mario Pahlow. „Beide haben mir signalisiert, mich bei der Einarbeitung hier in Lüneburg zu unterstützen“, so Schoo.

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