Detail einer Pilgerkarte von 1581

Pilgerspuren

Ein Gemeinschaftsprojekt der Museen Stade und Lüneburg

Es ist über 35 Jahre her, dass sich eine große deutsche Ausstellung dem Pilgern im Mittelalter gewidmet hat. Erstmals wurde nun im Rahmen eines umfassenden Forschungsprojekts die spätmittelalterliche Wallfahrtsgeographie Norddeutschlands untersucht. Die Ausstellungen präsentieren die Ergebnisse der Studien und entführen die Besucher*innen in eine uns heute fremd anmutende Welt mit einer vielfältigen Frömmigkeitskultur. Dabei ist uns das Thema Pilgern heute wieder näher gekommen, nach dem die Reformation der Heiligenverehrung in Norddeutschland ein jähes Ende setzte.

Die Schau nimmt uns mit zu den Ursprüngen des Pilgerns und macht deutlich, wie komplex die Vorstellungswelt vor über 500 Jahren war. Während Pilgerreisen heute ein mehr oder minder spirituelles Erlebnis sind oder einfach ein Synonym für entschleunigte Wanderungen, waren sie früher essentiell zur Erlangung des ersehnten Seelenheils und zur Bewältigung des alltäglichen Lebens.

Detail Heiligenthaler Altar

Von Lüneburg an das Ende der Welt

26. Juli (Weltpilgertag!) – 01. November 2020

Die Ausstellung in Lüneburg widmet sich den Pilgerreisen zu den berühmten Fernwallfahrtsstätten in Santiago de Compostela, Rom und Jerusalem. Die Gräber der Apostel Jakobus, Petrus und Paulus sowie die heiligen Stätten um das Grab Christi waren herausgehobene Orte des Christentums, mit deren Besuch der Pilger ein besonderes Zeugnis des Glaubens ablegte.

Anhand vielfältiger Exponate, darunter herausragende Objekte von mehr als 40 auswärtigen Leihgebern, folgt die Ausstellung den Spuren von Reisenden aus Lüneburg und anderen norddeutschen Städten bis fast an das Ende der ihnen bekannten Welt. Dargestellt werden die Motive für den Antritt einer Fernwallfahrt, der Aufbruch, die Ausrüstung von Pilgern, die teilweise abenteuerlichen Bedingungen des Unterwegsseins und der Aufenthalt vor Ort.

Neben Reiseberichten zeugen Briefe und Wegekarten von den Herausforderungen und Mühen des Pilgerns. Zu den mitgebrachten Reiseandenken zählen Muscheln aus Santiago, Pilgerzeichen aus Rom oder Modelle der heiligen Stätten in Jerusalem. Schrift- und Bildzeugnisse berichten aber auch von bezahlten oder gescheiterten Reisen, falschen Pilgern oder dem Tod auf der Reise.

Ort: Museum Lüneburg, Foyer Wandrahmstraße
Kosten: Museumseintritt

Wege in den Himmel (Museen Stade)

03. Oktober 2020 – 14. Februar 2021

Ausgangspunkt für den Stader Teil der Ausstellung sind die spektakulären Pilgerzeichenfunde aus dem historischen Hansehafen, die den bislang größten Fundkomplex dieser Art in Deutschland überhaupt darstellen. Diese mittelalterlichen Bildzeichen eröffnen uns einen Blick auf die vielfältigen Geschichten hinter den früheren Pilgerstätten in Norddeutschland und tragen maßgeblich zu ihrer Identifizierung bei.

Ort: Schwedenspeicher in Stade
Weitere Informationen: Museen Stade

Flyer zur Ausstellung(1,7 MB)
HINWEIS: Die im Flyer genannten Ausstellungstermine wurden aufgrund der Cononapandemie verschoben.

Abbildungen: Ausschnitt „Büntinger Kleeblattkarte“ mit Jerusalem im Mittelpunkt, 1581 (wikipedia)
rechts: Ausschnitt Tafel Heiligenthaler Altar, Nicolaikirche Lüneburg (Foto: S. Möllers)

„Pilgerspuren“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Museen Stade und Lüneburg
mit den Schwerpunkten: Forschung | Ausstellung | Tourismus

Schirmherren: Ralf Meister, Landesbischof der Evangelischlutherischen Landeskirche Hannover und Dr. Heiner Wilmer SCJ, Bischof von Hildesheim

Gefördert durch: Klosterkammer Hannover, Stiftung Niedersachsen, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersächsische Sparkassenstiftung, Sparkassenstiftung Lüneburg, Sparkasse Stade-Altes Land, Hansestadt Lüneburg, Landschaft des vormaligen Fürstentums Lüneburg, Lüneburgischer Landschaftsverband, Hansestadt Stade, Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden

Siehe auch das Forschungsprojekt Pilgerspuren, Orte | Wege | Zeichen

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