Mercator-Globen
Das Globenpaar vor der Ebstorfer Weltkarte in der Abteilung „glauben und wissen”

Mercator-Globen

Globenpaar
Inventarnummer: DB.383.1
Technik/ Material/ Maße: Kupferstiche; Holz; Durchmesser 41 cm
Hersteller/ Datierung: Gerhard Mercator; 1541, 1551

Das Globenpaar besteht aus einem Erd- und einem Himmelsglobus.

Bei dem Verkauf einer Bibliothek in Gent im Jahr 1868 erwarb die königliche Biblio­thek in Brüssel Kupfer­stiche, deren keil­förmige Darstellung der Erdober­fläche darauf schließen ließ, dass sie für die Anfertigung von Globen bestimmt waren. Die Beschrif­tung enthüllte den berühmten Geo­graphen Gerhard Mercator (1512-1594) als Verfasser, der somit offenbar auch Globen konstruiert hatte. Erst nach dieser Entdeckung fanden sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in älteren Bibliotheken und Museen originale Mercator-Globen. Es ist vermutlich das einzige Globenpaar, das Mercator je konstruierte und das dann in mehreren Ausfertigungen gebaut wurde. Insgesamt sind bis heute mit dem Lüneburger Paar elf Paare nachweisbar, in Deutschland nur in Nürnberg und Lüneburg.

Bei früheren Restaurierungsarbeiten kam auf dem Fußbrett des Erdglobus das Wappen der Familie Töbing zum Vorschein. Dieses Globenpaar stammt daher vermutlich aus dem Besitz des Patriziers Georg IV. Töbing, der bei Luther und Melanchton in Wittenberg studierte und anschließend die Niederlande bereiste.

Gerardus Mercator – wie er sich selbst nannte – wurde als Gerhard Kremer am 5. März 1512 in Rupelmonde bei Antwerpen geboren. Er studierte ab 1530 an der Universität Löwen und schloss 1532 mit dem Titel des Magister Artium ab. Später beschäftigte er sich privat mit Theologie, Philosophie und Mathematik. Mit den praktischen Anwendungsmöglichkeiten (Karten, Globen, Instrumente) erwarb er sich sowohl sein Auskommen zu Lebzeiten als auch seinen hervorragenden Ruf als bester Kartenstecher seiner Zeit. Unsterblich machte er sich mit der Erfindung der sogenannten Mercator-Projektion, die heute noch für See- und Landkarten, bei der Satelliten-Navigation, in GPS-Geräten und in der Raumfahrt Verwendung findet. Er starb am 2. Dezember 1594 in Duisburg.

Anlässlich des 500. Geburtstags wurde das Jahr 2012 zum Mercator-Jahr ausgerufen.

(Christina Broesike/ Ulfert Tschirner/ Eckard Michael †)

Literatur: Tromnau, G., Gerardus Mercator 1512–1594. In: Die Welt des Gerhard Mercator. Karten, Atlanten und Globen aus Duisburg. Duisburg 2006.

Siehe auch: Ein Himmelsglobus auf Reisen
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