Veranstaltungen des Museumsvereins

Der Museums­verein für das Fürsten­tum Lüneburg e.V. lädt regel­mäßig, üblicher­weise mittwochs um 19:30 Uhr, zu einem öffent­lichen Vortrag über ein kultur­historisches Thema ein. Der Eintritt kostet 4 €, Vereinsmit­glieder haben freien Eintritt. Außerdem organisiert der Museumsverein in unregelmäßigen Abständen Exkursionen zu kulturhistorischen Themen, an denen auch Nicht-Mitglieder teilnehmen können.

Sommerhalbjahr 2017

Di., 25.07.17  |  8:30–18 Uhr

Tagesausflug: Wo begegnen sich Vergan­genheit und Moderne …

Bus

… ohne dass wir uns immer schon dessen bewusst wären?

Deshalb bietet der Museums­verein einen Tages­ausflug an, der den Teilnehmern einige kultur­geschicht­liche und künst­lerische Besonder­heiten unserer Region näherbringen kann.

  • die umfassende Kunst­sammlung der Spar­kassen­stiftung in Neuhaus (Elbe) hat eigens geöffnet
  • das sehr expressive und ikono­grafisch aussage­kräftige Retabel der Erlöser­kirche in Alt-Garge von 1957
  • die kleine Kirche in Tripkau mit der modernen Kreuz-Ikonografie
  • das neu gestaltete Deutsche Fliesen­museum in Boizen­burg, das von der 100-jährigen Tradition der Fliesen­herstellung mit allen Stilwand­lungen erzählt.

Fahrtbeitrag: Mitglieder 70 €, Nicht-Mitglieder 80 €
(inklusive Busfahrt, Eintritte und Führungen, Getränke, Mittagsverpflegung).
Abfahrt ab Museum: 8:30 Uhr – Rückkehr: ca. 18 Uhr.

Die Teilneh­merzahl ist begrenzt auf 20 Personen, daher Berück­sichti­gung nach Eingang der verbind­lichen Anmeldungen bis zum 20.06.2017 bitte an:
Dr. Gisela Aye , Tel. 49 351 oder E-Mail: gisela.aye {at} museums­consult.de
Dirk Hansen, Tel. 33 445 oder E-Mail: ddhansen {at} gmx.de

Vorauszahlung bitte an das Konto des Museumsvereins.

Vortragsreihe, Winterhalbjahr 2017/18

Programm-Flyer herunterladen(911 KB)

Mi., 18.10.17  |  19:30 Uhr

Die Einführung der Lüneburger Reformation in katholischer Sicht

Reformation als Krisen­erfahrung

Dr. Uwe Plath, Lüneburg

Lüneburg
Stadtansicht Daniel Frese, 1611
(Detail), mit St. Marien

Die Geschichte der Reformation in Lüneburg ist bislang vorwiegend aus evange­lischer Sicht beschrieben worden. Das gilt nicht nur für die Refor­mations­chroniken, sondern auch für die vorhandenen Darstel­lungen (von Wrede und Matthaei bis zu Gerecke und Fabricius).

In diesem Vortrag soll versucht werden, das Reforma­tionsge­schehen aus katholischer Sicht, also der damals „Unterlegenen”, zu schildern, die die Reformation nicht als „Anfang der evangelischen Religion” verstanden, sondern als Krise empfanden. — Als Grundlage für den Vortrag dienen teilweise gedruckte, wenig beachtete, teilweise noch unge­druckte Quellen. Interessant dürfte sein, dass die mächtige Hansestadt bis 1529 eine katholische Insel im Fürstentum geblieben war, als Herzog Ernst die Reformation dort bereits eingeführt hatte.

Die Einführung der Reformation in Lüneburg erfolgte erst im Juni 1530, als sich der Hamburger Reformator Stefan Kempe in Lüneburg aufhielt. Was er erreichte, wurde durch Urbanus Rhegius vollendet.

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

Mi., 15.11.17  |  19:30 Uhr

Gotteshäuser oder Museen?

Die Zukunft unserer Kirchengebäude

Bernd Janowski, Berlin

In Zusammen­arbeit mit dem Ortskura­torium Lüneburg der Deutschen Stiftung Denkmal­schutz

ausgediente Kirche
Bölzke/Pritzwalk (Lkr. Prignitz)

Gotteshäuser oder Museen? Durch die Besonder­heiten der mittel­alter­lichen Besiedlung besitzt gerade im Osten Deutsch­lands nahezu jedes Dorf eine Kirche. Viele dieser oft reich ausge­statteten Kirchen­gebäude konnten nach 1989/90 vorbildlich instand­gesetzt werden.

Andererseits schrumpfen die Gemeinden durch den demogra­phischen Wandel und die zunehmende Säkulari­sierung.

Während die Zahl der Gottes­dienst­teilnehmer weiter abnimmt, wächst die Zahl der der Kirchen­touristen und der Besucher von Kultur­veran­stal­tungen in Kirchen. Haben unsere Gottes­häuser als Ort der Verkün­digung eine Zukunft oder sind sie bereits Museen einer vergan­genen Epoche? Und wer kann lang­fristig ihre Sanierung und Instand­haltung garantieren?

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

Mi., 17.01.18  |  19:30 Uhr

St. Johannis – Ratskirche zwischen Reformation und Renovierung Mitte des 19. Jahrhun­derts

Dr. Christoph Wiesenfeldt, Lüneburg

Lebensbrunnen
Gemälde „Lebensbrunnen”,
Daniel Frese (Detail),
St. Johanniskirche

Mit der Reformation wurde der Rat der Stadt Lüneburg auch kirchliche Obrigkeit für alle in seinem Patronat stehenden Kirchen der Stadt. Nur die spezifisch theologischen Fragen von Lehre und Bekenntnis oblagen dem aus den Predigern der Stadt bestehenden „Geistlichen Ministerium”. Wie wirkte sich das auf die Johanniskirche aus?

Mehrere Hinweise belegen, dass die Kirche in den Jahrzehnten nach Einführung der Reformation umgestaltet wurde. Die aus baulichen Gründen notwendige Innenrenovierung im Jahre 1856 hatte dagegen das Ziel, die Kirche in ihrem gotischen Charakter wiederherzustellen, und räumte mit dem in der Kirche angesammelten Inventar gründlich auf. Zehn Jahre später, 1867, endete mit der Einführung von Kirchenvorständen die bisherige Form des Patronates; die Kirche wurde gegenüber dem Rat eigenständiger, demokratischer und moderner.

Der Vortrag versucht, einen Eindruck von der Entwicklung in der Kirche Lüneburgs zu geben, und fragt damit nach ihrer Bedeutung für die Stadt.

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

Mi., 14.02.18  |  19:30 Uhr

Bildungsoffensive Reformation

Dr. Wolfgang Schellmann, Lüneburg

Lutherrede
„An die Radherrn aller stedte …”
Luther, 1524

Im ersten Drittel des 16. Jahrhun­derts wird Deutsch­land zunächst eher von einer Bildungs­katastrophe überrollt. Das mag über­raschen, vor allem, wenn man hört, dass daran – wenn auch ungewollt – die lutherische Reformation nicht ganz unbe­teiligt war. Deutliche Zeichen des Umbruchs, die die bisherige Bildungs­ordnung infrage stellten, hatten sich zwar schon länger angekündigt, aber dann führten Luthers reforma­torische Lehren zur Massen­flucht aus den Klöstern, woraus vieler­orts der Zusammen­bruch des klöster­lichen Bildungs­systems folgte.

Die reforma­torische Idee des „Priester­tums aller Christen” konnte jedoch nur Bestand haben, wenn Bildung für alle verfügbar gemacht wird und theologisch hervor­ragend ausge­bildete Pfarrer bereit stehen. Zwischen christ­licher Unter­weisung und weltlicher Bildung bestand für Luther ein enger Zusammenhang.

Vorgestellt wird Luthers Flugschrift von 1524 an die Ratsherrn aller deutschen Städte, dass „sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen” und welche weitrei­chenden Folgen die sich daran anschließende Bildungs­offensive hatte.

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

Mi., 14.03.18  |  19:30 Uhr

Zeitzeichen? – 500 Jahre

Luther- und Reforma­tions­jubiläen im kritischen Rückblick

Prof. Dr. Peter Maser, Naumburg

Luther
Lutherdenkmal Erfurt – 1983

Wird das Reformations­jubiläum 2017 das letzte gewesen sein, an dem die Öffent­lichkeit noch Anteil nahm? Seit 1617 waren die Feierlich­keiten zu den Jubel­jahren Luthers und der Reformation immer gesamt­gesell­schaft­liche Ereignisse, die nicht nur den Geist ihrer Zeit wider­spiegelten, sondern auch tiefgrei­fend prägten. Das mit der Refor­mation Luthers einge­leitete enge Bündnis von Thron und Altar bestimmte die Ausrichtung und den Verlauf der Jubiläums­feierlich­keiten auch 1983, als die SED-Macht­haber um Erich Honecker Luthers 500. Geburtstag zu ihrem eigensten Anliegen machte.

Auch das Reforma­tionsjubi­läum 2017 wurde noch in enger Verbindung von Evange­lischer Kirche in Deutschland und Landes­kirchen sowie Bundes­regierung, Ländern und Kommunen ausge­richtet. Die Ausrichtung an einer vielfach bestimmenden Event­kultur und die Distanz weiter Kreise des Protestan­tismus gegenüber der Tradition signali­sierten 2017 allerdings unüber­sehbar auch, wie weit der Verlust der christlichen Prägung der Gesamt­gesell­schaft inzwischen vorange­schritten ist, und wie rat- und hilflos der an sich selbst zweifelnde deutsche Protestan­tismus in dieser Situation agiert.

Ort: Marcus-Heinemann-Saal,  Eintritt 4 € (Vereins­mitglieder frei)

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