Begegnungen hinter Stacheldraht

Deutsche Kriegsgefangene im Lager Bando in Japan 1917–1920

Sonderausstellung: 28. April – 23. Juli 2017

Im Frühjahr 2017 zeigt das Museum Lüneburg eine Ausstellung zum japanischen Kriegsgefangenenlager Bando im Ersten Weltkrieg. Die deutschen Marinesoldaten, die von 1917 bis 1920 in Bando interniert waren, genossen unter Aufsicht des japanischen Militärs große Freiheiten. Höhepunkt der vielfältigen kulturellen Aktivitäten im Lager war am 1. Juni 1918 die japanische Erstaufführung von Ludwig van Beethovens 9. Symphonie, die heute als heimliche Nationalhymne Japans gilt. Das Lager Bando in der Präfektur Tokushima beeinflusste damit maßgeblich die deutsch-japanischen Beziehungen im 20. Jahrhundert.

Die Ausstellung über das Kriegsgefangenenlager Bando erzählt nicht nur eine wenig bekannte Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg, sondern betont auch die lokalen und regionalen Bezüge des Themas. Seit mehr als 40 Jahren pflegen die Städte Lüneburg und Naruto, das die Ortschaft Bando eingemeindet hat, eine enge Partnerschaft. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Partnerschaftsabkommens zwischen der Präfektur Tokushima und dem Land Niedersachsen widmet sich das Museum Lüneburg nun diesem fast vergessenen Kapitel deutsch-japanischer Geschichte.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Expansionsbestrebungen des Deutschen Reiches im Zeitalter des Imperialismus über die Gefangennahme deutscher Soldaten in Tsingtau bis hin zum Lageralltag in Bando und folgt den Spuren, die die „Begegnungen hinter Stacheldraht” bis heute hinterlassen haben. Mehr als 200 Leihgaben aus vier Ländern werden in der Sonderausstellung gezeigt – ein Großteil davon kommt den weiten Weg aus Japan.

Das Projekt wurde in der Planungsphase von dem Historiker Andreas Mix (heute Memorium Nürnberger Prozesse) betreut und wird seit Januar 2016 von der Agentur Homann Güner Blum (hgb) in Hannover kuratiert. Es erhielt finanzielle Unterstützung von der Stiftung Niedersachsen, der Niedersächsischen Staatskanzlei, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Hansestadt Lüneburg und der Sparkassenstiftung Lüneburg.

Mehr zum Thema hören: Radiobeitrag des Norddeutschen Rundunks, NDR 1 Niedersachsen (1,2 MB), gesendet 2015

Weitere Informationen: Flyer zur Ausstellung(1,4 MB)

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